Angeschlossene Vereine:
Bad Homburger Woche 6.10.2011 Schönes Heimatfest in „Bad Gonzenheim“ Gonzenheim (a.ber). Mit Spitzenkragen, Bernsteinbrosche und Zylinder angetan, geleitete er drei Tage lang das Gqnzenheimer Völkchen durch die alljährliche Kerb: Ricardo Zilski, ein „Eingeplackter“ mit Herz für die Heimat. Das herrliche Spätsommerwetter und die gute Laune des 36 Jahre jungen Präses beim Gonzenheimer Wochenende mit Kerb trugen zu einem gelungenen Heimatfest bei. Ricardo Zilski, im wahren Leben Wertpapierhändler in Frankfurt, verkörpert eine junge Generation Heimatverbundener, die in ihrem Stadtteil nicht nur schlafen, sondern intensiv am Leben und Vereinsleben teilnehmen. Seit 2003 in Alt-Gonzenheim ansässig und 2005 mit der Bachtaufe geadelt, knüpfte Zilski gleich Kontakte in der neuen Heimat, wurde Schatzmeister des Vereins „Bürger für Gonzenheim" und engagiert sich im Vereinsring. Kein Wunder, dass in diesem Jahr die große Brezel, das Markenzeichen des Kerbe-Präses, am Haus seiner Familie baumelte. Dörflich sei es in Gonzenheim, kinderfreundlich und sehr familiär, meint der passionierte Marathonläufer und ermunterte alle Neuzugezogenen und jungen Familien, sich an irgendeiner Ecke in das Gonzenheimer Leben „einzumischen“. Mit der jüngeren Tochter auf dem Arm sah der Präses am Freitagabend zufrieden dem bunten Treiben in der Festhalle der Feuerwehr zu, mit dem die dreitägige Kerb eröffnet wurde. Während die Erlenbacher Kerbeburschen noch auf das Gonzenheimer Freibier warteten, das der Präses ausgab, stieg die Stimmung der Festgäste schon bei den Klängen des Männergesangvereins und der Musik des Gonzenheimer evangelischen Küsters Martin Sienerth, der mit Gesang und Trompete ein Potpourri der leichten Muse darbot. Bad Homburger Politiker waren gekommen, um die Übergabe der Amtskette vom „alten“ Präses Peter Braun an Ricardo Zilski mitzuerleben. Während noch mehr oder weniger ernsthaft über Schwiegermütter gewitzelt und über die oft mangelnde Würdigung des Ehrenamtes diskutiert wurde, begannen die Mädchen der TV Kittens zur Musik von „We will rock you“ das Tanzbein zu schwingen. Viel Spaß brachte das traditionelle Bembelstemmen auf der Bühne. Während bei den Kindern Marilena und Franziska Kranz die Einzigen waren (hier sollte einmal überlegt werden, ob das Bembelstemmen für Kinder wirklich um zehn Uhr abends stattfinden muss), traten bei den Damen gleich sieben Wettstreiterinnen an. Siegerin mit l Minute 39 Sekunden wurde Margarete Sienerth, die den Bembel mit stoischer Gelassenheit am ausgestreckten Arm hielt. Ihr Geheimrezept: „Schleppen Sie nach Feierabend kiloweise selbstgezogene Karotten und Rote Beete vom Garten nach Hause.“ Den Herren der Schöpfung stand der Schweiß auf der Stirn, denn keiner wollte den Bembel vorzeitig sinken lassen. „Aufgeht's! Sei ein Mann!“ Dieser Ruf bewog noch vier weitere Kandidaten, sich in die Reihe der acht Bärenstarken einzureihen. Stefan Leister, seines Zeichens Gonzenheimer Landwirt, errang mit l Minute und 9 Sekunden unter großem Gejohle den Sieg. Es sind solche Momente wie die Siegerehrung mit Rotkäppchensekt und Gonzenheimer Bechern, die den Charme eines Heimatfestes ausmachen. Die starken Kräfte der Gonzenheimer Feuerwehrleute reichten kaum aus, um den 20 Meter langen Kerbebaum in die Senkrechte zu hieven.
Wer Bärenkräfte hatte, konnten die Bürger am Samstag beim Aufrichten des Kerbebaumes neben dem Vereinshaus am Kitzenhof bewundern: 20 Freiwillige aus Feuerwehr und Bürgerschaft, darunter als einziges weibliches Wesen die junge Melanie Kaiser, hievten den 20 Meter langen „Kawenzmann“ in die Senkrechte. „Wenn's so weiter geht, hängt bald nichts mehr obe, o je!“, kommentierte ein Gonzenheimer, als sich ein großer Zweig aus der Krone löste und mitsamt dem bunten Krepp auf der Straße landete. Als die verbliebenen Kreppbänder schließlich hoch oben im blauen Himmel flatterten, klatschte nicht nur Stadtrat Peter Vollrath-Kühne, sondern auch die Ober-Erlenbacher Kerbeburschen, die sich das Schauspiel in Gonzenheim nicht entgehen ließen. Denn in „Erlebach“ wird der Kerbe baum natürlich von den Kerbeburschen selbst aufgerichtet, die es in Gonzenheim seit einigen Jahren nicht mehr gibt.
„Ich bin Gonzenheimer“: Wer diese Medaille angeheftet bekommt, gehört endgültig dazu. Ricardo Zilski hielt eine selbstgereimte Rede auf die drei Täuflinge, die dieses Jahr am Börnchen die Bachtaufe erhielten: Mira Chmiel, ursprünglich Polin, die seit 17 Jahren im Ortsteil wohnt; Elvi Neumann, die 2010 von Thüringen nach Gonzenheim zog und sich gleich in die Gonzenheimer Geschichte vertieft hat; Stefan Feller, der vor vier Jahren mit Familie hierher zog und für den Gonzenheim „ein wirklich kinderfreundlicher Stadtteil“ ist. Stolz sein können die drei „Neubürger“ auf ihren Stadtteil, denn er hat eine lange Geschichte: 1270 schon wurde Gonzenheim im Eppsteiner Lehensbuch erwähnt, 1622 kam es zur Grafschaft Hessen-Homburg. Schade, dass die Gonzenheimer 1888 das Gelände des Kurparks an die Stadt Bad Homburg verscherbelten und sich 1937 dann sogar eingemeinden ließen: „Bad Gonzenheim“ hätte sich durchaus gut angehört. Präses Ricardo Zilski (rechts) überreichte den Gonzenheimer Neubürgern nach der Bachtaufe am Börnchen ihre Urkunden: (v.l.) Mira Chmiel, Stefan Feller und Elvi Neumann.
Eine Ausstellung des Geschichtlichen Arbeitskreises Gonzenheim im Kitzenhot griff wieder ein heimatgeschichtliches Thema auf und viele Besucher sahen sich die alten Fotos und Schriftstücke über das Anwesen „Am Kitzenhof“ und seine wechselvolle Geschichte an. Auch im dreibändigen Gonzenheimer Familienbuch, das der Ahnenforscher Heinz Humpert fertiggestellt hat, wurde viel geblättert, denn jeder wollte seinen Namen und die Namen seiner Vorfahren gedruckt sehen. Mit einem großen Straßenfest, bei dem der Flohmarkt, die Hüpfburg und die Schießbude und das kleine Kinderkarussell Attraktionen waren, feierten die Gonzenheimer am Sonntag in der Ortsmitte weiter. Während schon der Duft gegrillter Würstchen in der Luft hing, versammelten sich viele Bürger und Familien zum ökumenischen Gottesdienst, der im Hof der Familie Leister gefeiert wurde.
Wer die glücklichen Gesichter der Kindergarten-Kinder sah, als der Evangelische Posaunenchor Bad Homburg und der Gospelchor „Voice Affair“ ertönten, der konnte sicher sein: Die Gonzenheimer Kerb war mit allem Drum und Dran ein schönes Heimatfest, das sich keiner im nächsten Jahr entgehen lassen sollte. Stefan Leister hielt den Bembel unter den kritischen Augen des Vereinsring-Vorsitzenden Peter Braun mit wahrem Heldenmut. Foto: Bergner
So ein tolles Sommerwetter hatten die Gonzenheimer bei ihrer Kerb am ersten Oktober-Wochenende wahrscheinlich noch nie. Bei 28 Grad feierte der Stadtteil am Samstag – und beim Aufstellen des Kerbebaums kamen die Freiwilligen ordentlich ins Schwitzen. Von Nadine Biersack Stefan Feller, Mira Chmil und Elvi Neumann (rechts) sind nun echte Gonzenheimer – auch Präses Ricardo Zilski (Zweiter von rechts) freut sich darüber. Foto: Reichwein
Gonzenheim. Höhepunkt jeder Kerb ist das Aufstellen des Kerbebaums. Vor zwei Wochen hatten die Gonzenheimer diesen eigenhändig im Homburger Stadtwald gefällt, und am Samstagnachmittag hatten sie die Ehre, ihn auf dem Kerbeplatz vorm Vereinshaus in Gonzenheim aufzustellen. Eine leichte Übung für die rund 20 starken Kerle, die sich freiwillig für diese Aufgabe bereit gefunden hatten. Der 20-Meter lange Baum erwies sich jedoch als widerspenstig, und so dauerte es eine knappe halbe Stunde bis der buntgeschmückte Nadelbaum sicher stand. „Das hatten wir lange nicht, dass es so schwierig war, den Kerbebaum aufzustellen“, weiß der Vorsitzende des Gonzenheimer Vereinsrings, Peter Braun. Nicht nur die Aufsteller kamen dabei wegen der sommerlichen Temperaturen ordentlich ins Schwitzen. Auch den Schaulustigen, die sich das Spektakel vom Straßenrand aus ansahen, wurde ein wenig heiß, als der Baum zwischenzeitlich in eine gefährliche Schieflage geriet. Doch es ging alles gut, und nach all der Aufregung hatten sich alle Beteiligten eine Erfrischung verdient – bei der Bachrechtstaufe. Im Mittelpunkt standen dabei die drei Täuflinge Elvi Neumann, Mira Chmil und Stefan Feller. Sie alle sind keine gebürtigen Gonzenheimer. Das heißt, dass sie im Laufe ihres Lebens erst in den Bad Homburger Stadtteil gezogen sind. Mit der Bachrechtstaufe erhielten sie nun aber das sogenannte Bachrecht und sind ab sofort „echte“ Gonzenheimer. Verliehen wird das Bachrecht vom Präses, in diesen Jahr ist das Ricardo Zilski. Nachdem der rechte Fuß der Täuflinge kurz ins "Börnchen" gehalten wurde, bekamen diese von Zilski im Anschluss eine Medaille mit der Aufschrift "Ich bin Gonzenheimer", sowie eine Urkunde überreicht. Mira Chmil lebt mittlerweile seit 17 Jahren in Gonzenheim und wollte mit der Bachtaufe nun endgültig dazugehören. „An Gonzenheim gefällt mir die Atmosphäre: Die Kirchenglocken, die Nachbarschaft und die Lage sind einfach toll“, schwärmt die gebürtige Polin, die der Liebe wegen nach Bad Homburg kam. Noch nicht ganz so lange in Gonzenheim ansässig ist Elfi Neumann. Sie zog erst 2010 hierher. „Wenn der Nachbar schon mal Präses ist, muss man das ausnutzen“, sagt sie lachend. Übrigens: Der Kerbebaum wurde am Sonntagnachmittag versteigert. Heinz Humpert kaufte die Fichte für 30 Euro. Jetzt warten schon Motorsäge und Kachelofen auf sie.



Taunus Zeitung 4. Oktober 2011
Erst nasser Fuß, dann Urkunde
Warum sich drei Neu-Gonzenheimer der Bachrechtstaufe unterziehen

Zentral, aber dörflich
Taunus Zeitung 30. September 2011
Heute beginnt das Gonzenheimer Wochenende mit Kerb. Die Besucher erwartet ein umfangreiches Programm zwischen Rummel, gemütlichem Feiern und einer ordentlichen Prise Kultur.
Gonzenheim. Der 20 Meter lange Baum liegt schon bereit – die Kerb mit dem Gonzenheimer Wochenende kann beginnen. Den Auftakt macht am heutigen Freitag die Verleihung der Würdenkette an den diesjährigen Präses Ricardo Zilski, seines Zeichens Schatzmeister bei den Bürgern für Gonzenheim. Als "Amtsinsignie" wurde ihm gestern die "Kerbbrezel" an die Haustür gehängt. Das "Aufwärmen" für die Kerb rund um das Vereinshaus beginnt heute mit dem Dämmerschoppen um 20 Uhr. Im Rahmenprogramm treten unter anderem die „TVG Kittens“ auf. Von 20 bis 22.30 Uhr wird es Freibier geben.
Der Festsamstag beginnt um 11 Uhr mit einer Traktorschau. So richtig kerblich wird es um 16 Uhr, wenn der Kerbebaum aufgestellt wird. Gleich anschließend wird am „Börnchen“ die Bachrechtstaufe, die edelste Aufgabe des Präses, vollzogen. Von 20 Uhr an spielt die Band „Fullstop“ im Feuerwehrgerätehaus. Der Eintritt ist frei.
Auf Schnäppchenjagd kann man sich am Sonntag begeben, wenn von 11 bis 15 Uhr ein Flohmarkt stattfindet. Um 14 Uhr beginnt der ökumenische Gottesdienst im Hof Leister, Frankfurter Landstraße 130, der vom Gospelchor „Voice Affair“ mitgestaltet wird. Am Sonntag wird von 15 Uhr an im Vereinshaus eine Märchenstunde für Kinder ab drei Jahren angeboten, das Vorlesetheater beginnt um 16 Uhr. Mit Alleinunterhalter Martin Sienerth in der Festhalle der Wehr klingt von 16.30 Uhr an das Gonzenheimer Wochenende aus.
Am Samstag und Sonntag können Kinder ein Karussell und eine Hüpfburg kostenlos nutzen. Das Gonzenheimer Wochenende wird federführend vom Vereinsring organisiert. An seiner Ausgestaltung beteiligen sich auch die örtlichen Vereine. So sind die Bürger für Gonzenheim mit einem Weinstand und der Gesangverein mit einem Grill- und Getränkestand vertreten. Der Landfrauenverein bestückt die Kuchentheke mit selbstgemachten Leckereien. (red)
Bad Homburger Woche 29. September 2011 Die Gonzenheimer feiern ihre Kerb Gonzenheim (hw). Die Gonzenheimer haben für die vom 30. September bis 2. Oktober stattfindende Kerb den Kerbebaum im Forst unterhalb der Saalburg geschlagen. Dabei waren der diesjährige Präses Ricardo Zilski und viele Helfer aus den Vereinen, die dem Vereinsring angeschlossen sind, sowie der Freiwilligen Feuerwehr Gonzenheim. Die Höhe des Kerbebaums beträgt 20 Meter. Aufgestellt wird er am Samstag, l. Oktober, um 16 Uhr vor dem Vereinshaus Gonzenheim, Am Kitzenhof 4. Die Gonzenheimer haben für die Kerb im Forst unterhalb der Saalburg den 20 Meter hohen Kerbebaum geschlagen.
Die Kerb beginnt am Freitag, 30. September, mit der Verleihung der Würdenkette an Präses Ricardo Zilski und einem Dämmerschoppen mit Versteigerung des Kerbebaums ab 20 Uhr. Anschließend ist Bembelstemmen und die Musicalgruppe „TVG Kittens“ tritt auf. Am Samstag, 1. Oktober, geht die Kerb weiter mit einer Traktorshow ab 11 Uhr. Im Anschluss an das Aufstellen des Baums findet ab 16.30 Uhr die Bachrechtstaufe statt. Die Band „Full-stop“ heizt ab 20 Uhr ein. Arn Sonntag, 2. Oktober, findet der Flohmarkt von 11 bis 15 Uhr statt. Frühschoppen ist ab 11 Uhr. Um 14 Uhr beginnt ein ökumenischer Gottesdienst. Die Auslosung der Rätselpreise erfolgt um 16 Uhr. Musik mit Martin Sienerth ist ab 16.30 Uhr bis „open end" zu hören. Am gesamten Gonzenheimer Wochenende ist die Kinderunterhaltung wie Karussell, Märchenstunde und Springburg frei. Die Ausstellung in der Schultheißenstube „Mitten im Ort - Am Kitzenhof“ ist am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr zu sehen.
