Angeschlossene Vereine:
Wenn Kerbezeit ist, dann bleibt zumindest in Alt-Gonzenheim für drei Tage die Zeit stehen. Doch wer sind eigentlich die neuen Gonzenheimer? Dieser Frage ging TZ-Mitarbeiterin Muriel Frank nach.
Gonzenheim. Sarah (9) steht an der Schießbude und zielt mit dem Luftgewehr auf das Plastikröhrchen, das sie treffen will. Sarah wohnt seit sechs Jahren in Gonzenheim und fühlt sich in dem kleinen Ortsteil der Kurstadt richtig wohl. «Ich wohne wirklich gerne hier», berichtet die Grundschülerin, die die Friedrich-Ebert-Schule besucht. Schade findet sie nur, dass sie von dem Neubau der Friedrich-Ebert-Schule nicht mehr profitieren wird. „Das ist traurig.“
Sven Faber und Natascha Jordan wohnen seit April diesen Jahres in Gonzenheim. „Ein Haus stand leer, wir haben es umgebaut und dann bezogen“, berichtet Sven Faber. Wohl fühlen sich die beiden Wahl-Gonzenheimer inzwischen sehr. Und auch die Gonzenheimer Fahne prangt seit vergangenem Freitag im Hof der Faber-Jordans. „Ich finde es schön, in einem Dorf zu leben“, sagt der 39-Jährige. Von Oberstedten sind sie gekommen, in Gonzenheim wollen sie bleiben. „Es ist eine ganz neue Erfahrung, in die Stadt laufen zu können“, berichtet die 29-jährige Natascha. Zuvor hatten sie in Oberstedten nämlich zwar direkt am Wald, aber doch weit entfernt von der Stadtmitte gewohnt. Die Kerb ist für beide Wahl-Gonzenheimer ein Muss. „Kerb hat etwas Familiäres, jeder trifft sich“, berichtet Sven Jordan. Doch dass die Gonzenheimer Kerb so klein ist, bedauert die Architektin Natascha schon ein wenig.
„Wir wollen nicht, dass die Kerb ausstirbt, denn gerade die kleinen Heimatfeste sind reizvoll“, erklärt Sven Faber. Aber dann müsse vielleicht auf dem großen Parkplatz ein Zelt mit Bühne aufgebaut werden, in dem abends Bands aufspielen oder Gonzenheimer Vereine auftreten könnten, schlägt er vor. „Und auch die Werbung für die Kerb müsste offensiver werden. Außer ein paar Plakaten sieht und hört man nicht viel von der Kerb“, so Faber.
Marilena Kranz (13) ist mit Herz und Seele Gonzenheimerin. Kein Wunder also, dass es sie auch in diesem Jahr auf die kleine Kerb gezogen hat. Auch das Kerbebaumaufstellen lässt sie sich nicht entgehen, schließlich ackern dort ihre Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr. Marilena ist, seit sie sechs Jahre alt ist, bei der Feuerwehr. Zuerst bei den Minis, jetzt bei der Jugendfeuerwehr. „Die Arbeit bei der Feuerwehr macht mir richtig Spaß“, begründet die 13-Jährige ihr Engagement.
Und warum wohnt sie mit ihren Eltern in Gonzenheim? „Mein Vater hat hier in Alt-Gonzenheim eine Fahrschule“, berichtet sie. Da liege es nahe, auch in Gonzenheim zu wohnen, findet sie. Der Ortsteil Gonzenheim ist für die Gesamtschülerin übrigens der ideale Ort, um aufzuwachsen. „Viele meiner Freunde wohnen hier – und wir haben das Seedammbad direkt vor der Haustür“, zählt sie die Vorzüge Gonzenheims auf. Und wenn es ihr möglich ist, dann will Marilena, die Grundschullehrerin werden möchte, hier in Gonzenheim wohnen bleiben. mlf

Mit der Bachtaufe verlieh Präses Peter Braun (l.) das Gonzenheimer Bachrecht an Matthias und Sabine Wetekam sowie Holger Reichert. Foto: Jochen Reichwein