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Kerb 2007 » Bericht

Taunus Zeitung vom 1.10.2007

 

Drei neue „Echte Gonzenheimer“

 

Von Sophia Bernhardt

Gonzenheim. Es geht auch ohne Kerbeburschen - denn diese gibt es in Gonzenheim seit zwei Jahren nicht mehr. Aber mühsam war es schon, bis die Mitglieder von Vereinen und Feuerwehr den 24 Meter langen Kerbebaum vor dem Vereinsheim Gonzenheim am Samstag aufgestellt hatten. Geschmückt mit gelben, lila-, orange- und türkisfarbenen Bändern lag die Fichte bis 14 Uhr einfach nur da. Bis sie stand und als Wahrzeichen für das Gonzenheimer Wochenende herhalten konnte, brauchten die Schaulustigen etwas Geduld, musste der Musikcorps 1960 einige Stücke zum Besten geben, hatte der Baum drei Schmuckbänder verloren und auch die Rinde war an der ein und anderen Stelle abgeschürft. Doch dann, um 14.24 Uhr, klappte es, der Baum überragte das Vereinshaus und zeigte schon von weitem an, wo Kerb gefeiert wurde.

Die Besucherzahl fiel am Freitag durchwachsen aus. Erst gegen 22 Uhr war das Festzelt, das sich in eine Disco verwandelte, gut besucht. Am Samstagabend heizte dann die Band „fullstop“ den Zuschauern im Zelt ein. Am Sonntag ging es weiter mit Würstchen grillen, Schubkarrenrennen und Karusselfahren. Für Humor und Magie sorgte Clown Sepp.

Noch am Samstagnachmittag verwan-delten sich am einzigen Laufbrunnen von Bad Homburg, am Gonzenheimer Börn-chen, gleich drei Kandidaten, allesamt im Vorstand des Vereinsrings, in „echte Gon-zenheimer“. In Jeans und weiße Kappen auf dem Kopf, erlangten Bruno Schill, Vor-sitzender des Vereinsrings und Mitglied im Gesangverein Gonzenheim, Michael Eichel, Hausmeister des Vereinsrings, und Frank Petry, Mitglied der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr, bei der 24. Bachtaufe das Bachrecht.

 

                                                    

 

Doch bevor sie einen Fuß in den kühlen Brunnen tauchten, testete Heinz Humpert, Präses von 2005 - in diesem Jahr hatte sich keiner für das Amt gemeldet - ihr Wissen. Die Fragen, wann Gonzenheim eingemeindet wurde (1. April 1937), wann der Bahnhof dem Verkehr übergeben wurde und wann der erste Zug in den Bahnhof rollte - am 26. Oktober 1907 fuhr der erste Zug aus Friedberg um 4.34 Uhr in den neuen Bahnhof ein - beantworteten die drei fehlerlos. Und schon konnte die Taufe beginnen. Als die Füße wieder getrocknet und beschuht waren, erhielten sie Urkunde und Anstecknadel. Auf letzterer stand „Ich bin ein Gonzenheimer“. „So was habe noch nicht einmal ich, obwohl ich Ureinwohner bin“, sagte eine Gonzenheimerin halb voller Neid, halb im Scherz. Aber dann klatschte auch sie den frisch Getauften Beifall. Und wie fühlt es sich als echter Gonzenheimer? Die Antwort von Petry fällt eindeutig aus. „Besser als vorher. Dazuzugehören ist schon was“, freute sich der „Neu“-Gonzenheimer.

Im Vereinshaus zeigte am Wochenende der Geschichtliche Arbeitskreis Gonzenheim eine Ausstellung mit zahlreichen alten Fotos über die Gonzenheimer Mühlen und deren Geschichte. Zudem wurde das neue Heft zum Thema präsentiert. Es konnte dort auch zum Preis von 8 Euro erworben werden.

Heute geht die Kerb mit dem Frühschoppen von 11 Uhr an in ihre letzte Runde. Dazu spielt die Kapelle „Marianos“ volkstümliche Musik. Wer möchte, kann seine Kraft beim Bembelstemmen, mit ausgestreckten Armen halten Frauen einen gefüllten 1-Liter-Bembel, Männer einen 5-Liter-Bembel, unter Beweis stellen.